| Dortmunder Rundschau
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10.11.1997
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„Der Führer ist ein armes Schwein"
Plaudereien aus Burghardts Familie
(Wan) Burghardt allein zuhaus - und ohne Husmann.
Einmal im Monat (wieder am 13. Dezember) gehört das "Cabaret Queue" dem Dortmunder Hubert Burghardt - ganz allein. Das bringt’s! Am bringlichten sind jene Szenen, in denen er möglichst viele Leute darstellt. Wenn die ganze Verwandtschaft durcheinander quatscht - jeder in an-derem Ton, jeder mit eigener Mimik. Da wird der Kabarettist zum rasenden Imitator.
Denn immer dann hat er auch dem Volk so recht von Herzen das Maul geklaut. Dann kennt man sie, die lieben Verwandten - und erkennt sich selbst. Wie sie da beraten, mit welchem Foto und welchem Gedicht sie die Guten- Tag-Anzeige zum 90.der Oma ausstaffieren - das bewirkt jedes Mal ganz große Heiterkeit.
So aus der Familie heraus zu spielen, ist ja kein schlechter Einfall. Da kann man jedes Thema durchkauen. Die mei-sten Soap operas tun das doch auch. Ganze Profile (Onkel Dieter, der, wenn betrunken, was meist ist, auf seiner Quetsch- kommode NS-Lieder quetscht) werden deutlich.
Schwieriger ist es mit dem eigenen Profil. Auch in der Familien-Fiktion ist der Kabarettist Kabarettist. Und so etwas ist immer kompliziert. Und führt zu ebenso komplizierten Pointen. Wie die vom marinierten Fisch, der zum mariniertem Fisch wird.
Da brauchen die Lacher Zeit. Da unterbricht sich Burghardt schon mal: "Ich sag’s nicht immer so ganz direkt. Da muss man schon mal ein bisschen mitdenken." Und hat sich prompt selbst aus der Rolle gebracht: "Ja, wo war ich jetzt?"
Doch irgendwie ist es gemütlich hier. Richtig schön altmodisch, die politische oder libidinöse Unkorrektheit wohldosiert. Aber irgendwie entre nous. En famille, eben.
(Am schönsten ist aber die Adolf-Zeile: "Der Führer ist ein armes Schwein. Der hat nicht mal nen Führerschein.")