| Eschweiler Nachrichten
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11.10.1999
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Kabarettist Hubert Burghardt über „Das Schweigen der Männer"
Attacke auf die Lachmuskeln
Eschweiler (hos). "Die meisten männlichen Singles wissen gerade, dass man Buntwäsche und Geschirr getrennt waschen muss," Mit Scherzen dieses Kalibers attackierte am Freitag im Talbahnhof der Dortmunder Kabarettist Hubert Burghardt die Lachmuskeln des Publikums.
„Das Schweigen der Männer" lautet der Titel von Burghardts zweitem Soloprogramm. Ausgelotet werden zum einen die gähnenden Abgründe der männlichen Seele. Und es wird über das so genannte schwache Geschlecht zu Gericht gesessen.
Burghardt schlüpft in mehrere Rollen und bedient sich hierbei verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen.
Zum einen liefert er wenig pietätvolle Stand-Up-Comedy im Stil eines Ingo Appelt („Als Jesus über 30 war, litt er auch an Kreuzschmerzen), er glänzt aber auch mit kabarettistisch-hintersinnigen Weisheiten.
Die armen Lehrer...
Zum 'Beispiel: „Die einzigen Joints, die heute noch von Interesse sind, das sind Joint Ventures." Oder „Die letzten Klassenkämpfer in unserer Gesellschaft sind Lehrer an Gesamtschulen. Die erleben wenigstens noch echte Bedrohung.'
Beachtliches schauspielerisches Talent beweißt Burghardt in
vielen Spielszenen. So etwa a1s Linksintellektueller Gandolf der „als konsequente Weiterentwicklung der Friedensbewegung" nun den Aktionskreis ‘Pumpgun für Alle' ins Leben gerufen hat. Denn: „Zum Sterkampf würde doch auch keiner gehen, wenn der
Torero den Stier totquatschen müsste."
Die eigentlichen Glanzstücke im Programm sind jedoch die immer wieder eingestreuten „entarteten Liebeslieder", die schon fast die Qualität von Georg Kreisler-Chansons besitzen